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2. Vorbereitungsseminar

Unsere Ausreisedaten rücken näher. Letztes Wochenende stand unser 2. und auch vorletztes Vorbereitungsseminar an. Einerseits haben wir uns dieses Mal intensiv mit Armut auseinandergesetzt: Armut weltweit in der globalisierten Welt, aber auch Armut, der wir tagtäglich begegnen. Andererseits haben wir uns tiefergehend mit der ignatianischen Spiritualität beschäftigt.

Es gab kleine spielerische Einheiten, um sich diesen Themen anzunähern. Wir haben uns zurückerinnert an Kindheitsträume und Erinnerungen. Trieu und Christian haben uns beide von ihrem Leben als Jesuit und dem Weg dorthin erzählt. 

Im Anschluss an einen wirklich interessanten und bewegenden Dokumentarfilm folgte am Freitagabend ein Abendessen. Dieses war jedoch kein Gewöhnliches, sondern fand in verschiedenen Rollen statt, die sehr gegensätzliche Lebensrealitäten verdeutlichten. Von den Reichen, die hoch oben vom reichgedeckten Tisch aus auf die hinabschauten, die auf dem bescheiden gedeckten Boden saß. 

Der Samstag war der wohl eindrücklichste Tag. Am Vormittag zogen wir alle allein los, um in Nürnberg eine Aufgabe zu bewältigen. Für manche von uns bedeutete das, Fremde nach Geld oder einer Malzeit zu fragen. Andere sollten Pfandflaschen sammeln, bei der Bahnhofsmission mithelfen oder mit Menschen auf der Straße reden. Am Nachmittag wurden wir auf einem alternativen Stadtrundgang von Thomas an ein paar Orte in Nürnberg geführt. Unter anderem zur Bahnhofsmission und einen kleinen Park nahe des Bahnhofs. Dieser Park wurde von der Stadt umgebaut, um die vielen Obdachlosen, die sich darin aufgehalten haben, zu vertreiben. Anti-Obdachlosen-Architektur findet man in vielen Städten. Dass beispielweise Bänke mit Armlehnen in der Mitte verziert sind, hat einzig und allein den Grund, dass sich somit keine Person hinlegen kann. Thomas ist Mitarbeiter des Straßenkreuzers in Nürnberg. Das ist das städtische Obachlosenmagazin. Auch die eingeplanten Reflexionsrunden nach diesen Programmpunkten waren noch einmal aufschlussreich und vertiefend. 

Außerdem haben wir viele Länderpräsentationen von uns gegenseitig gehört, die wir im Vorhinein vorbereitet hatten. Die Abende ließen wir mit Tischtennis und Werwolf ausklingen. Auch in den Pausen lieferten wir uns das ein oder andere Match. Das Essen war mehr als lecker und wurde von Ida, einer ehemaligen JVlerin, und Annette zubereitet. Zusammengefasst war das Wochenende eine Gefühlsachterbahn. Von tiefer Betroffenheit, Trauer und Scham bis hin zu Ausgelassenheit, einer Menge Spaß, vielem Lachen und wirklich schönen Gesprächen war alles in der Gefühlspalette enthalten. Und nicht zuletzt ist diese einzigartige Erfahrung dem JV Team zu schulden. Deswegen kann ich nur danke sagen, danke an euch und danke an diese tolle Gruppe und ein riesiges Danke, dass ich diese Erfahrung überhaupt machen darf.

(Julia - JV 2024/25)

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