Vom 17. bis 19. April 2026 feierten die jesuitischen Freiwilligendienste ein ganz besonderes Jubiläum: 40 Jahre Einsatz, Begegnung und gelebte Solidarität. Es kamen 40 ehemalige Freiwillige aus ganz Deutschland und Österreich in Nürnberg zusammen, um dieses beeindruckende Bestehen gemeinsam zu würdigen.
Das Wochenende begann am Freitagabend mit der Ankunft der Gäste. Schon bei der Begrüßung war die Vorfreude spürbar, als sich ehemalige Freiwillige aus den unterschiedlichsten Jahrzehnten begrüßten. Ein ganz besonderer Dank gilt bereits hier Pater Trieu Nguyen SJ, der uns das gesamte Wochenende über mit seinen köstlichen Gerichten bekochte. Nach dem ersten gemeinsamen Abendessen startete das Programm mit einem Abendimpuls zum Thema Wasser. Die Reflexion über den Zugang zu dieser Ressource schärfte den Blick für globale Ungerechtigkeiten, die viele Freiwillige in ihren Einsätzen hautnah erlebt haben. Der Abend klang schließlich in gemütlicher Runde aus. Es war eine wunderbare Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen: Von Jung bis Alt waren alle Altersgruppen vertreten, und Ehemalige aus den verschiedensten JEV- und JV-Jahrgängen mischten sich untereinander, sodass viele schöne Gespräche entstanden.
Der Samstagmorgen begann mit einem Morgenimpuls, der uns mit der Frage,,Wofür bin ich heute dankbar?„ dazu einlud, bewusst über die eigene Dankbarkeit nachzudenken. Gestärkt durch das anschließende Frühstück starteten wir in die erste Einheit. Mit dem Spiel „Alle, die…“ lernten wir uns spielerisch besser kennen. Wir erfuhren mehr über die unterschiedlichen Einsatzorte und die Heimatorte der Teilnehmenden, als auch über die Konstellation des JV-Teams und die des J(E)Vconnected-Teams .
Anschließend hielt Pater Christian Braunigger SJ, Missionsprokurator von jesuitenweltweit, einen anregenden Vortrag über den Glauben als Motor für Gerechtigkeit. Die Einheit war dabei bewusst interaktiv gestaltet, indem sein Input immer wieder durch Diskussionen, direkten Austausch und lebendige Gespräche durchkreuzt wurde, wie etwa über das Zitat „Die Kirche muss sich den Ärmsten zuwenden“. So entstand ein Raum für individuelle Impulse sowie kritische Fragen und einen lebendigen Gedankenaustausch.
Nach einem weiteren köstlichen Mittagessen von Pater Trieu nutzten wir den Nachmittag für Kleingruppengespräche. In zwei aufeinanderfolgenden Runden tauschten wir uns über verschiedene Formen des Engagements aus. Themen wie soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Frieden, Flüchtlingshilfe und politisches Engagement standen im Fokus. Die wichtigsten Inhalte wurden im Anschluss kurz und prägnant im Plenum festgehalten.
Eingeleitet wurde der Samstagabend mit einem überaus leckeren und festlich vorbereiteten Essen, das die Basis für weitere intensive Gespräche bildete. Das Abendprogramm selbst startete mit einem Quiz. Es war ein spannender Rückblick auf 40 Jahre Freiwilligendienste, von den Entwicklungen von JEV zu JV, über die Veränderungen im Leitungsteam bis hin zur Arbeit des heutigen J(E)Vconnected-Teams. Musikalisch wurde der Abend durch verschiedene Einlagen bereichert. Neben dem Klassiker „Fürstenfeld“ und einem ukrainischen Abendlied hatten wir die besondere Ehre, den selbstgedichteten JV-Song von Theresia Lorbach und Rossemary Brückner-Hospedales zu hören. Die feierliche Stimmung hielt noch lange an, bis auch die letzten Teilnehmer:innen nach vielen schönen Begegnungen den Weg ins Bett fanden.
Der Sonntagmorgen startete mit einem interaktiven Gottesdienst, den Pater Trieu gestaltete und der sich im Spannungsfeld zwischen Danken und Bitten bewegte. In Anlehnung an die Erzählung der Emmausjünger machten auch wir uns – sowohl räumlich als auch spirituell – auf den Weg, um darüber nachzudenken, was die Botschaft Jesu für uns heute ganz persönlich bedeutet. Diese Suche führte uns zu der zentralen Erkenntnis, dass es Eigeninitiative braucht, um der Botschaft Jesu im eigenen Leben nachzuspüren und dort Verantwortung zu übernehmen, wo das eigene Handeln gefragt ist. Zum Abschluss des Wochenendes kamen wir noch einmal zu einem gemeinsamen Brunch zusammen, bevor sich jede:r individuell auf die Heimreise begab.
Rückblickend war es ein zutiefst inspirierendes Wochenende, das von einer Begeisterung über die Gemeinschaft und den bereichernden Austausch getragen wurde. Neben den wertvollen neuen Impulsen und Perspektiven blieb vor allem die große Wertschätzung für die hervorragende Organisation und die liebevolle Verpflegung in Erinnerung, die sich in den vielen strahlenden Gesichtern widerspiegelte. Auch wenn die Zeit kaum ausreichte, um mit allen Anwesenden ein tiefes Gespräch zu führen, war die besondere Verbindung zwischen den Teilnehmenden in jedem Moment spürbar. Es ist dieses einzigartige Gefühl, bei den JVs sofort ‚zu Hause‘ zu sein: Die geteilte Freiwilligenerfahrung bildet ein unvergleichliches Fundament, auf dem man sich über Generationen hinweg blind versteht. Dieses Wochenende ist der lebendige Beweis dafür, dass die Idee der jesuitischen Freiwilligendienste auch nach 40 Jahren Menschen verbindet und ein tiefes, tragfähiges Miteinander schafft.
Leonie Hüsing (JV 2023/24 in Mexiko)




