Rückkehr-Seminar 2026

"Vom 22. bis 26. September trafen wir, die Freiwilligen des Jahrgangs 2025/26, uns zum Abschlussseminar. Ein ganzes Jahr liegt hinter uns: in Indien, Peru, Vietnam, Bulgarien, Bosnien-Herzegowina und Griechenland. Nun ging es darum, gemeinsam zurückzuschauen und im Leben danach anzukommen. Wir freuen uns besonders, dass wir das als vollständige Gruppe tun konnten: Niemand hat das Jahr abbrechen müssen.

Schon am ersten Abend wurde es persönlich: Bei den „Perlen des Einsatzes“ teilten wir die Momente, die uns besonders geprägt haben. Am Mittwoch reisten wir dann noch einmal um die Welt. Bei den Länderpräsentationen zeigte jede und jeder, wo das eigene Jahr stattgefunden hat. Beim Spezialitätenabend schmeckte man diese Länder auch: Die Lieblingsgerichte unserer Einsatzorte landeten gemeinsam auf dem Tisch. 

Am Donnerstag ging es in die Tiefe. Auf „Reversed Culture Shock“ folgten Workshops zu Gerechtigkeit, Kultur, Glaube, Nachhaltigkeit im Einsatz und Globalisierung. Themen, die uns schon in der Vorbereitung begleitet haben, sahen nun ganz anders aus, denn wir kannten sie nicht mehr nur aus Büchern, sondern aus dem eigenen Alltag. Dazu kam die Frage, wie man nach so einem Jahr wieder ankommt und wie man von etwas erzählt, das man selbst noch nicht ganz verstanden hat.

Am Freitag blickten wir nach vorn: Wir sprachen über Projekte von jesuitenweltweit, lernten Engagement-Möglichkeiten bei Jesuit Volunteers kennen und überlegten in einem Workshop mit Fabian Moos, wie sich Engagement nach dem Freiwilligendienst gestalten lässt. Denn „Einmal JV – immer JV“ bedeutet: Der Dienst endet nicht mit dem Rückflug. Wer möchte, bringt sich weiter in die Gemeinschaft ein, sei es bei Seminaren, in Projekten oder als Ansprechperson für die nächsten Freiwilligen.

Wie wichtig dieses Engagement ist, wurde am Samstag im Gespräch mit einem Bundestagsabgeordneten deutlich. Die Bundesregierung plant Kürzungen bei weltwärts und damit bei den Freiwilligendiensten. Wir berichteten ihm von unserer prägenden Zeit: von Kindern, die uns irgendwann als Geschwister sahen, von Menschen, die uns in ihren Alltag aufgenommen haben, und davon, wie sehr ein solches Jahr die Sicht auf die Welt verändert. Ein Jahr, das nicht nur uns verändert hat, sondern auch etwas bei den Menschen vor Ort hinterlässt.

Besonders in Erinnerung bleiben werden die vielen Gespräche, vor allem an den Abenden, an denen wir bis tief in die Nacht zusammensaßen. Aus dem gemeinsamen Jahr sind viele Freundschaften entstanden, die weit über das Seminar hinaus tragen. Am Ende bleibt Dankbarkeit für ein Jahr voller Begegnungen und ein bisschen Wehmut, dass es vorbei ist. Aber wer einmal JV war, bleibt es. Also heißt es nicht Abschied, sondern: bis bald!"

Kilian (JV 2025/26 in Indien)